Die MIH Uhr

Der frühere Konservator des MIH, Ludwig Oechslin, kann durch seine langjährige Erfahrung als Uhrenkonstrukteur schon auf die Entwicklung so einiger komplizierter Armbanduhren zurückblicken. Sein lang gehegter Wunsch war es dabei jedoch stets, einmal eine einfache Uhr zu konzipieren und diese anschließend der breiten Masse zugänglich zu machen. Realisiert wurde dieses Unterfangen letztlich durch seine Arbeit im Museum (2001 – 2014), der Zusammenarbeit mit EMBASSY, dem Designer Christian Gafner und der Begeisterungsfähigkeit des Meisteruhrmachers Paul Gerber. Er war es schliesslich, der Ludwig Oechslins Jahreskalender zur Serienreife brachte und der nach wie vor jede einzelne MIH-Uhr mit seinen Mitarbeitern in penibelster Kleinarbeit selbst herstellt und unterstützt das internationale Uhrenmuseum mit einem Beitrag für Projekte.

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Reduced to the max

Die Uhr ist auf das absolut Wesentliche reduziert, ohne jedoch auf eine wichtige Sonderfunktion zu verzichten – den Kalender. Ludwig Oechslin entwickelte hierzu einen Jahreskalender, der mit lediglich 9 (anstatt sonst üblichen 30-40) beweglichen Teilen auskommt und der das Datum in einem einzigen übersichtlichen Fenster anzeigt. Die Anzeige des Jahreskalenders erfolgt dabei über drei konzentrische Scheiben, die durch das Basiswerk des ETA Valjoux 7750 zuverlässig angetrieben werden. Dieses Uhrwerk ist perfekt dafür geeignet, die Kalenderscheiben gleichmässig in Bewegung zu setzen.

Die Quadratur des Kreises

Jahreskalender werden einmal im Jahr, Ende Februar, korrigiert, weil ihre Mechanik nicht «weiss», dass dieser Monat stets aus der Reihe tanzt. Aus konstruktiven Gründen sind ihre Anzeigefenster oft über das ganze Zifferblatt verteilt und somit schwierig abzulesen. Ludwig Oechslin zeigt das Datum in einem einzigen übersichtlichen Fenster anzeigt. Dies erfolgt über drei konzentrische Scheiben. Die innerste zeigt den Wochentag, die mittlere den Monat und die äusserste das Datum. Die Datumsscheibe wird durch den bereits im Werk vorhandenen Mechanismus um Mitternacht weitergeschaltet. Die Schaltung der übrigen beiden Scheiben, und in bestimmten Fällen des Datums, erfolgt über einen separaten Mechanismus. 

Die MIH-Uhr verfügt ausserdem über eine Stoppfunktion – der Drückr dafür befindet sich oberhalb der Krone und erfüllt gleich drei Funktionen: Start, Stopp und Rückstellung des Sekunden- sowie des auf der Rückseite der Uhr eingelassenen Minutenzählers.

Vollendetes Design

Auch das Design ist auf das Wesentliche reduziert. Das Zifferblatt verzichtet auf jegliche Schriftzüge und Produktbezeichnungen. Als einzige Schriftzeichen findet man die Datumsanzeige beim 3-Uhr-Index und die Abkürzung MIH (Musée International d’Horlogerie) bei 9 Uhr. Das Zifferblatt ist ansonsten mattschwarz gehalten, um die Ablesbarkeit der mit Superluminova beschichteten Zeiger und Indexe zu optimieren. Die rote Markierung am Ende des Sekundenzeigers macht den ansonsten beinahe unsichtbaren Zeiger nur dort sichtbar, wo er abgelesen wird: am äussersten Ende der Minuterie. Das Gehäuse der 42 mm großen Uhr ist aus Titan gerfertigt.

Die MIH Uhr

Der Jahreskalender von Ludwig Oechslin besteht aus lediglich neun Teilen. Das Resultat sind geniale Mechanismen, die mit ihrer technischen Eleganz und reduzierten Einfachheit derzeit den Massstab im Uhrenbau setzen. Das Bundesamt für Kultur nahm sich dies sogar zum Anlass und kaufte sie für die Sammlung des Museums für Gestaltung in Zürich. Die offizielle Uhr des Musée International d’Horlogerie ist exklusiv im Museum und bei EMBASSY in Luzern und St. Moritz erhältlich.

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Die MIH Macher.

Ludwig Oechslin

Ludwig Öchslin der frühere Konservator des MIHLudwig Oechslin war von 2001 – 2014 Konservator des Internationalen Uhrenmuseums in La Chaux-de-Fonds. Unter all seinen Kollegen dürfte er den ungewöhnlichsten Werdegang aufweisen. Die meisten Uhrenfachleute kennenden Luzerner als begnadeten Uhrmacher und Tüftler. Seine Uhrmacherlaufbahn begann relativ spät, nämlich während er bereits an der Uni Griechisch, Latein, Alte Geschichte und Archäologie studierte. Damals fing er nebenbei eine Uhrmacherlehrebei Jörg Spöring in Luzern an. Seit er all dies und noch den Doktor in theoretischer Physik gemacht hat, sind seinem Kopf einige der komplexesten mechanischen Uhrwerke entsprungen, zu denen auch eine astronomische Grossuhrzu zählen ist. Während langer Jahre entwickelte Oechslin in der Folge Uhren für die Uhrenmarke Ulysse Nardin, bis ihn schliesslich die Wissenschaft wieder hatte und er ans Internationale Uhrenmuseum berufen wurde. Seine Verbindungmit dem Luzerner Uhrengeschäft EMBASSY trug weitere Früchte: Seit 2009 ist ochs und junior seine eigene Uhrengeschichte. Kleinste Stückzahlen garantieren, dass Oechslins Philosophie ungefiltert in Produkte umgesetzt wird. Wie lässt sichein Zeithorizont mit einer Uhr, frei von Buchstaben und Zahlen als Hilfsmittel, realisieren? Wie lässt sich eine komplexe Aufgabenstellung genial einfach lösen? Ludwig Oechslins Antwort auf diese Fragen.

Paul Gerber

Paul Gerber ist gebürtiger Berner, lebt und arbeitet jedoch seit 1970 in Zürich. Die den Bernern eigene Wesensart, nämlich eine unerschütterliche Ruhe und Geduld, wird er jedoch auch in dieser Stadt niemals ablegen. Sie ist schliesslich das A und O für einen Uhrmacher und Konstrukteur. Paul Gerber hat schon die unwahrscheinlichsten Mechanismen in seiner Werkstatt entwickelt. Damit zu prahlen, liegt ihm jedoch fern. Seine kleinste Pendeluhr mit Räderwerk aus Holz hat ihm 1989 sogar einen Eintrag ins «Guinness Book of Records» beschert, der bis heute gültig ist. 2003 folgte die komplizierteste Armbanduhr der Welt, basierend auf einem Schritt für Schritt für einen Privatkunden modifizierten Uhrwerk aus dem
Jahr 1892. Da Paul Gerber nicht nur gerne tüftelt, sondern auch ein Entwickler ist, konzipiert er für bekannte Uhrenmarken komplizierte Zusatzfunktionen. Paul Gerber pflegt gute Kontakte zum MIH, dem er im Jahr 2004 kinetische Skulpturen des Künstlers Miki Eleta spendete. Sie illustrieren die Funktionsteile der mechanischen Uhr. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass er für das Projekt MIH-Uhr Feuer und Flamme war. Die meisten seiner Auftraggeber verschweigen, wer hinter ihrer Innovation steht. Wir nicht.

Christian Gafner

Christian Gafner

Das unverkennbare Design der MIH-Uhr stammt vom Industrie-Designer Christian Gafner. Der Gestalter hat sich vor allem ausserhalb der Uhrenszene mit unterschiedlichsten Projekten einen Namen gemacht. So stammt beispielsweise das Design der neuen, universell verwendbaren Sonnenbrille der Schweizer Armee aus seiner Feder. Durch ihren modularen Aufbau kann die Brille im Handumdrehen mit unterschiedlichen Bügeln, Sonnenblenden und Nasenpads bestückt werden. Dadurch eignet sie sich für Piloten genauso wie für Alpinisten. Gafner hat aber auch bereits für die Industrie Verpackungsmaschinen und für die Computer der Polizei Verkehrsleitsysteme konzipiert. Mit seinen vielfältigen Erfahrungen konnte er das Projekt MIH-Uhr unter ganz anderen Voraussetzungen angehen als ein eingefleischter Uhrendesigner. Christian Gafner ist das Projekt unbelastet angegangen und hat es den Uhrmachern überlassen, sich um die Umsetzung zu kümmern. Nur so ist es möglich, eine Design-Idee ohne Kompromisse bis zu einem interessanten fertigen Produkt durchzuziehen. Herausgekommen ist eine Uhr, die alle Beteiligten überrascht und sofort begeistert hat. Die MIH-Uhr sieht aus wie eine alte Bekannte und ist dennoch anders als andere Uhren. Sie versucht nicht angestrengt originell zu sein, sondern ist einfach nur Uhr. Heute ist er Inhaber des Marke ilmia® (www.ilmia.org).

MIH unterstütze Projekte.

Die Projekte

Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf jeder MIH Uhr geht an das Internationale Uhrenmuseum in La Chaux-de-Fonds (MIH). Der überwiesenennBetrag ist zweckgebunden und wird für spezielle Projekte verwendet, an demsowohl die Käufer der Uhr als auch die Besucher des Museums teilhaben können. Das erste Projekt, die Uhr des bretonischen Uhrmachers Daniel Vachey (1904 – 1991) ist in der Zwischenzeit restauriert. Die 150 cm hohe monumentale Uhr inGestalt einer gotischen Kathedrale aus Holz wurde 2002 vom MIH mit Mitteln der „Amis du MIH“ erworben, mit dem Ziel, sie dem Publikum funktionsfähig zu präsentieren. Der Archäologe und Uhrmacher Peter Maria Verhoeven konnte 2005 für die Analyse und Restaurierung der Uhr gewonnen werden. Seine Arbeit, die akribische Dokumentation und Instandstellung dieser Uhr ist das erste Projekt, das dank den Einnahmen aus dem Verkauf der MIH-Uhr finanziert werden konnte. So unterstützt EMBASSY das Internationale Uhren Museum für jede verkaufte MIH mit CHF 700. Verhoevens fünfjährige Arbeit ist durch eine vierbändige Schrift im Verlag „L’Homme et le Temps“ dokumentiert. Und die funktionierende Uhr kann im Museum bewundert werden. Die Vachey ist jetzt der Grund, das MIH am Mittag zu besuchen – um das Krähen des Hahns und das Tanzen der Bretonen zu beobachten, gefolgt von einem Danse Macabre. Die Gezeiten des Atlantiks können ebenfalls gesehen werden und zudem sind die Stundenschläge und die mechanische Musik zu hören. Eine interaktive Bildschirmpräsentation zeigt dieFunktionen und historischen Hintergründe dieser einzigartigen Uhr der Neuzeit. Der Verkauf der MIH-Uhr wird weiterhin dazu beitragen, Forschung und Veröffentlichung sowie Restaurierung wichtiger Uhren zu finanzieren. Die Mittel helfenaber auch um zeitgenössische Exponate aus der Uhrmacherei zu beschaffen, sie auszustellen und somit wichtige Entwicklung im Handwerk zu präsentieren. In der Broschüre „Die Projekte“ erfahren Sie mehr über die aktuellen Vorhaben.

Download PDF „Projekte“